Flair - Play - Camp

Von Freitag, 11.11.11 bis Dienstag 15.11.11 fand das 14. Fair-Play-Camp Süd des DLV an der Saarbrücker Hermann Neuberger Sportschule statt.
Unter der Leitung des U18-Bundestrainers Jörg Peter versammelten sich 31 junge D/C-Kaderathleten/innen des DLV und vier junge Behindertensportler – die Rollstuhlschnellfahrer Moses Adam, BS Nordrhein Westfalen und David Scherer, BRS Saarland, beide DBS -C-Kader, dazu vom BRS Saarland Alexandra Strack und Jens-Uwe Schnoor - in der Sportschule Saarbrücken.
Nach  Zimmereinteilung und Abendessen trafen sich die Teilnehmer in der Leichtathletikhalle.
Nach einer kurzen Vorstellung durch Jörg Peter sorgten die Jugendsprecherin Nina Weil (Saarland) sowie der ehemalige DLV-Jugendsprecher Andreas Hille (Berlin) für Action in der Halle. Nach kleinen Sortierspielen gab es verschiedene Staffelspiele mit koordinativen Aufgaben. Dabei lernten die Jugendlichen, was man alles mit einem Tennisball anfangen kann. Den Abschluss markierte eine Runde Brennball, bevor die durch Müdigkeit leicht schwächelnden Athleten zurück in ihre Unterkunft geschickt wurden.

Samstagfrüh ging es nach dem Frühstück und einer kurzen Verschnaufpause ging es in der Leichtathletikhalle weiter, begleitet von  Frank Grundhever und seinem Fernsehteam der Sportarena des Saarländischen Rundfunks.
Nach einem Gruppenfoto übernahmen die Disziplintrainer ihre Athleten zu  einer kurzen Kennenlernrunde und zum Auf wärmen:
Die Werfer kamen zu René Strack, Springer, Mehrkämpfer und Sprinter versuchten sich an koordinativen Aufgaben, die ihnen die Trainer Christina Hunneshagen, Björn Sterzel und Sophia Sagonas gaben, die Rollstuhlschnellfahrer erledigten eine Technik- und Krafteinheit beim BRS - Landestrainer Wolfgang Blöchle.

Nach der ersten Leichtathletikeinheit am Morgen hatten die Fair-Play-Camp-Leichtathleten am Samstagnachmittag die Möglichkeit hautnah zu erleben, wie sich ein Rennrollstuhl fährt. Die vier Rollis, um den 10-maligen Jugendweltmeister David Scherer, erklärten den jugendlichen „Fußgängern“, wie ihre Hightech-Maschinen zu bedienen sind.
So unterscheidet sich ein Rennrollstuhl oder Handbike doch deutlich von den sonst üblichen Hilfsmitteln, denen man ab und an auf der Straße begegnet. Jeder hatte die Möglichkeit, unter Anleitung von Wolfgang Blöchle, Landestrainer des Saarländischen  Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes, die unterschiedlichen Renngeräte auszuprobieren.
Dabei wurde schnell klar, welch eine körperliche Höchstleistung erforderlich ist, um das Sportgerät schnell durch die Halle zu bewegen. „Ein tolle Erfahrung  die dafür sorgt, dass alle Teilnehmer ein ganz neues Bild von Rollis haben“, lautete die einhellige Meinung der jungen Leichtathleten und ihrer Betreuer.
Das Fair-Play-Camp demonstrierte damit wieder einmal eine gelungene Zusammenarbeit von Sportlern mit und ohne Handicap. So haben sich das auch die "Freunde der Leichtathletik" vorgestellt, die seit Jahren das Fair-Play-Camp finanziell unterstützen: Gelebte Inklusion!

Neben dem Training haben im Fair-Play-Camp die Workshops einen hohen Stellenwert.
Ein zentrales Thema ist dabei Anti-Doping. Britta Rogowski, von  der NADA  erklärte am Samstagnachmittag den Jugendlichen ausführlich das Procedere einer Dopingkontrolle und welche Rechte und Pflichten ein Athlet in diesem Zusammenhang hat.
Nach so viele Kopfarbeit gab es nach dem Abendessen noch einmal aktive Bewegung: Ausgleichsport Schwimmen in der Albert Wagner Schwimmhalle unter der Leitung von Björn Sterzel.
Mit einem Workshop startete der Sonntagmorgen. Esther Fittko, Vorsitzende Bundesausschuss Jugend, sowie Jörg Peter zeigten den Jugendlichen die Perspektiven in der Nachwuchsleichtathletik auf, die ja mit  internationalen Höhepunkten m U-18 und U-20-Bereich auf den ein oder anderen Teilnehmer in den nächsten Jahren zukommen könnten: Ländervergleiche, U18- und U20- Welt- und Europameisterschaften oder das EYOF zum Beispiel.
Dann die Ankündigung  für das Vormittagstraining am Sonntag: Coopertest!
Während der frühere DLV-Jugendsprecher Andreas Hille als gutes Beispiel mitlief, schafften es alle anderen mit mehr oder weniger Begeisterung, die 12 Minuten auf der Bahn durchzustehen.
Dabei erzielte der internationaler Gast aus Bosnien, die Nachwuchsathletin Ajla Dzanko, die beste Leistung bei den Mädchen, bester Junge war Laurin Walter vom bayerischen Landesverband und der Schnellste überhaupt war erwartungsgemäß der Rennrollstuhlfahrer David Scherer vom BRS Saarland.
Neben dem vormittäglichen Coopertest folgte am Sonntagnachmittag eine weitere schweißtreibende Laufeinheit. Nach dem Aufwärmen -   Fußballspielen und Zehnerball in wechselnder Zusammensetzung bzw. Fahrtspiele bei den Rollis - gab es eine sehr spezielle Staffel: Sieben gemischte Staffeln - Werfer, Mehrkämpfer, Läufer, Rollis -  gingen auf die Bahn, bei jeder Mannschaft musste jeder/jede die 50, 100, 200, 300 und 400 Meter absolvieren.

Am Sonntagabend trafen sich alle Camp-Teilnehmer zum Athletentalk. Eingeladen waren die saarländischen Weltklasseathleten Matthias de Zordo,  aktueller Weltmeister im Speerwurf und Stefan Strobel, Vize-Paralympics-Sieger im Marathon von Athen 2004.
Nach Vorstellung der beiden Athleten moderierte Mo Schwarz  die Talk-Runde:
Karriere-Entwicklung, Trainingsumfang und –methoden, Vereinbarkeit von Hochleistungssport und beruflicher Tätigkeit, weitere Perspektiven oder auch ganz Persönliches wie Rituale vor und während der Wettkämpfe.
Nach  Gruppenfoto, individuellen Fotos mit den Talk-Gästen und  Autogrammstunde folgte noch eine Kraftarbeit: Armdrücken zwischen Matthias de Zordo und den beiden Rollstuhlfahrern Moses Adam und David Scherer. Ergebnis: eindeutig unentschieden.

Am Montagmorgen waren Moto und Namen des Camps auch Thema des  Workshops:  „Fair Play“
Mo Schwarz führte die Teilnehmer in Semantik, Herkunft und Geist des Begriffes ein, und zwar umfassend sowohl im Alltag wie auch insbesondere im Sport. Daran anschließend wurde mit Grafiken und Fotos die Bedeutung von Fair Play im Sport erarbeitet und diskutiert mit dem Ergebnis:
Fair-Play ist einer der zentralen Bestandteile des Sports
Den sportlichen Abschluss des Camps bildete eine Trainingseinheit für die Aspekte Kraft, Ausdauer und Koordination. Dier LA-Trainer bauten eine Parcous mit 15 Stationen, die abwechselnd nach Zeitvorgaben zu bewältigen waren und mit aufopferungsvollem Schweißvergießen bewältigt wurden.
Zur Belohnung und zum Abschluss des Fair-Play-Camps Süd 2011 gab’s am Montagabend eine Runde spaßiger Spiele, inszeniert wiederum von Nina Weil und Andreas Hille.
Dienstag nach dem Frühstück stand die Abreise an und man trennte sich mit der Aussicht:
Auf Wiedersehen im  DLV-Fair-Play-Camp nächstes Jahr wieder in Saarbrücken.










17.11.2011 18:42 Alter: 7 Jahre