Joshua Wagner Tischtennis Turnierberichte

Turnierserie begann für mich in Lasko bei den 14th Slovenian Open.
Im Einzelwettbewerb konnte ich mich auf starke Konkurrenz gefasst machen. Es waren, außer die Chinesen, sämtliche Topspieler am Start.
In der Gruppe dufte ich mich mit Marc Ledoux (Belgien, WRL 13), Gyuala Zborai (Ungarn, WRL 16) und Devin Wassnik (Niederlanden, WRL 65) messen. Das erste Spiel ging leider noch mit 2:3 nach harten Kampf im Entscheidungssatz an den Belgier, ehe mir mit einen klarem 3:0 Erfolg gegen Wassnik die Chance auf Die KO-Runde wahrte. Da ich gegen den Ungarn schon einmal gewinnen konnte ging ich selbstbewusst ins Spiel, was mir auch zu einem 3:1 Sieg verhalf. Somit war das weiterkommen für mich gesichert.
In der Runde der letzten 32 spielte ich nun gegen Marcin Skryznecki (Polen, WRL 16), Team Paralympicssieger in London. Mit einem für mich überraschenden 3:1 konnte ich mich für das Achtelfinale qualifizieren. Dort wartete nun Paralympics Silbermedaillengewinner Andras Csonka (Ungarn, WRL 3) auf mich. Ich legte gleich gut los und konnte mir eine 2:1 Führung erspielen. Der 4te Satz ging anschließend knapp an den Ungarn, ehe mir die Puste ausging und der Favorit recht deutlich den Entscheidungssatz für sich gewann.
Am Abend des nächsten Tages begann dann der Teamwettbewerb, welchen ich mit Teampartner und Freund Johannes Urban aus Niedersachsen bestritt. Die Auslosung ergab eine 3er Gruppe für uns, ein Sieg zum weiterkommen würde also reichen. Im ersten Match durften wir dann gleich gegen Die Paralympicssieger aus der Ukraine antreten, welches recht deutlich 0:2 verloren wurde.
Nun musste ein Sieg gegen die Italiener her. Zu Beginn des Matches mussten wir im Doppel eine bitter 2:3 Niederlage hinnehmen. Im darauf folgenden Einzel konnte ich dann den Spieß umdrehen und meinen Gegner nach 1:7 Rückstand im Entscheidungssatz noch mit 11:8 bezwingen. Johannes verlor anschließend knapp nach guter Aufholjagd im 5ten Satz.
Das bedeutete für uns das Aus in der Gruppenphase - schade!


Eine Woche später ging es schon weiter mit der Team Weltmeisterschaft in Bratislava.
Es wurde wieder zuerst eine Gruppenphase gespielt. Beginnen durften wir gegen das Starke Team aus Ungarn (Zborai/Csonka). Da es für mich meine erste Weltmeisterschaft war, spürte ich die Nervosität. Wir fanden beide nicht gut ins Spiel hinein, was in einem schnellen 0:2 für die Ungarn resultierte. Der Tag darauf spielten wir gegen Team Japan. Uns war klar, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben musste ein Sieg her. Bei mir war inzwischen auch etwas die Nervosität verflogen. Sowohl Doppel als auch Einzel, welches ich absolvieren durfte, konnten mit 3:0 gewonnen werden. Somit gab es ein Entscheidungsmatch um den Einzug ins KO-Feld zwischen uns und den Paralympicssiegern von 2012 Polen.
Wir nahmen uns viel vor und spielten von Anfang stark auf. Leider konnten wir eine 2:0 Führung nicht nach Hause bringen. Die Routinierten Polen kamen immer besser ins Spiel, was in einer 2:3 Niederlage resultierte. Das Einzel durfte wieder ich bestreiten. Gegen Weltranglisten Siebten Grudzien konnte ich lange auf Augenhöhe mithalten. Letztendlich setzte er sich aber knapp mit 12:10 im vierten Satz durch.
Für uns hieß dies der dritte Platz in der Gruppe. Wir wurden also in die Trostrunde gelost und bekamen es mit einem Team aus Großbritannien zu tun. Auch dort hielten wir lange gut mit, ganz für den Sieg reichte es aber wieder nicht. Nach einem 1:3 im Doppel und einem knappen 3:2 Sieg von mir gegen Billy Shilton (WRL 18) scheiterte Johanes wiederum knapp an dem starken Briten Aaron McKibbin (WRL 12) im Entscheidungssatz.
Schade dass viele knappe Spiele nicht gewonnen werden konnten. Alles in allem bin ich dennoch froh, die Möglichkeit bekommen zu haben, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Habe definitiv an Erfahrung gewonnen!
3 Wochen und etliche Trainingseinheiten später stand nun das letzte Weltranglistenturnier in Bayreuth auf dem Plan.
Im Einzelwettbewerb konnte ich nicht an die Leistungen an den vergangenen Wochen anknüpfen. Gegen Viktor Didukh (Ukraine, WRL 1) und Artem Iakolev (Russland, WRL 24) blieb ich beide Male hinter meinen Fähigkeiten zurück. Die Spiele gingen leider zu schnell 0:3 verloren.
Den darauf folgenden Tag durfte ich nun als Zuschauer und mit anfeuern der Teamkameraden verbringen.
Auch im Teamwettbewerb lief es alles andere als gut. Das erste Match gegen GBR ging auch schnell an die Briten. Schade war das Doppel, welches man knapp mit 1:3 verlor.
Im zweiten Spiel ging es gegen eine Paarung aus Irland und Frankreich. Im Auftaktmatch merkte man schnell das Johannes und ich das besser eingespielte Doppel sind - 3:0 für uns. Johannes durfte anschließend den Weltranglisten Vierten Thomas Bouvais sein Können unter Beweis stellen. Der Franzose stellte sich aber als zu stark heraus. Das Match ging verloren und ich durfte das Entscheidungsspiel gegen den jungen Iren bestreiten. Ich fand wieder besser in mein Spiel hinein als die Tage zuvor. Der Ire spielte stark auf und überraschte mich immer wieder mit seinen Schlägen mit der Noppe. Davon ließ ich mich aber nicht aus dem Konzept bringen und brachte das Spiel mit 3:1 nach Hause - das Match ging 2:1 an uns.
Da die Briten am Vortag gegen die Paarung aus Irl/Fra verloren haben, standen alles Teams mit jeweils 1 Sieg und 1 Niederlage auf dem Tableau. Das Glück sollte nicht auf unsere Seite sein, es wurden die Spiele gezählt und wir hatten dabei das schlechteste Verhältnis. Dies bedeutete für uns das bittere Aus in der Gruppenphase.
Ich merkte dass mir zum Schluss der Turnierserie etwas die Kraft und Konzentration ausging, was sich auch im Spiel bemerkbar gemacht hat. Dennoch bin ich insgesamt zufrieden.
In der neuen Weltrangliste konnte ich mehr als 10 Plätze nach oben klettern und über 100 Weltranglistenpunkte gewinnen.
Jetzt heißt es Kraft tanken und Akku neu laden. Bald geht es für mich nämlich schon weiter mit der Vorbereitung zur EM, welche Ende September in Slowenien stattfinden wird.

14.07.2017 18:29 Alter: 128 Tage